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Tödliche Tabakwaren in Biomärkten Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 30. Mai 2016

Raucherbein neben Bio-Hackfleisch an der Kasse

Bio-Tabak-Hackfleisch-reduziert.jpg

Für Tabakerzeugnisse gilt seit 20. Mai 2016, dass jede Packung auf 65 Prozent der Vorder- und Rückseite Warnhinweise aus einer Kombination von Bild und Text enthalten muss. Das trifft auch für Tabakprodukte zu, die in einigen Biomarktketten verkauft werden. Zwar können noch übergangsweise die bis dahin hergestellten Schachteln, Beutel und Dosen für Zigaretten, Feinschnitt und Pfeifentabak ohne Schockbilder verkauft werden dürfen, doch unweigerlich kommt der Tag, ab dem nur noch Packungen mit Raucherbeinen, Lungenkrebs & Co. im Kassenbereich zu sehen sind.

Zu den Biomarktkettten, die in ihrem Sortiment Tabakwaren führen, zählen die Supermarktketten "basic" und "denn's Biomarkt". Sie begründen ihre Entscheidung damit, als Vollsortimenter nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens abdecken und ihren rauchenden Kunden Tabakprodukte biologischer Qualität bieten zu wollen. Damit gemeint sind Tabakwaren, die in kontrolliertem Anbau, frei von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln sowie frei von Zusatzstoffen hergestellt werden – wie die Marke Manitou. Deren Hersteller ist die Joh. Wilh. von Eicken GmbH. Ernst-Günther Krause, geschäftsführender Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V., erklärt dazu: "Es gibt keinen Nachweis dafür, dass diese Produkte weniger gesundheitsschädlich sind als alle anderen. Darüber hinaus wird der ökologische Gedanke pervertiert, wenn man auf wertvollen Ackerböden Leben zerstörende statt Leben erhaltende Produkte anbaut."

Krause sieht im Anbieten von Tabakwaren im Biomarkt eine "Verschaukelung" der Kunden. "Absolut gesundheitsschädliche Produkte unter ökologischem Tarnmantel zu verkaufen, stellt eine bewusste Irreführung dar." Seiner Meinung nach sei dies eine "Produkt- und Verkaufsstrategie mit dem Ziel des größtmöglichen Profits zulasten der Konsumenten". Mit den anschaulichen Warnhinweisen werde dieses opportunistische Verhalten nun deutlich vor Augen geführt. Das habe einen Vertrauensverlust vor allem bei jenen Kunden zur Folge, die auf verantwortungsvoll handelnde Geschäfte großen Wert legen. In der Regel sei es sehr schwierig, einmal verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Der Versicherungskonzern Axa stößt seine Tabak-Aktien ab, weil er die Regierungen dabei unterstützen will, den Tabakkonsum zu reduzieren. Der Tabakkonzern Imperial Tobacco tilgt "Tobacco" aus seinem Namen weil Tabak ein schlechtes Image hat. Schon 2008 hatte sich der Mischkonzern Altria wieder von seiner Tabaksparte (Philip Morris) getrennt, weil die Verbindung von Tabakprodukten und Lebensmitteln zunehmend negativ zu Buche schlug. Vor Kurzem hat der Pharma-Riese Pfizer als letzter großer US-Pharma-Konzern beschlossen, keine Mittel mehr für Todesspritzen zu verkaufen. Dahinter steckt die Befürchtung, dass einige vermasselte Hinrichtungen mit seinem Namen verbunden werden und ihm rechtlich und finanziell schaden könnten.

"Angesichts von jährlich über 100.000 Menschen, die in Deutschland an den Folgen des Rauchens sterben, sollten basic, denn's & Co. erkennen, dass Tabakwaren nicht in ein Sortiment von Produkten mit dem Label Bio passen", meint Krause, und er bringt es auf den Punkt: "Bio steht für Leben, Tabak für Tod." Genauso sehen es auch die Biomärkte Altnatura, Bio Company, ebl-naturkost sowie die Reformhäuser, sie bieten, wie auch viele kleinere Biomärkte, keine Tabakprodukte an.

World No Tobacco Day 2016: Get ready for plain packaging (http://www.who.int/campaigns/no-tobacco-day/2016/en/) (Welt-Nichtrauchertag 31. Mai 2016)

Ernst-Günther Krause
geschäftsführender Vizepräsident