Home arrow Zeitschrift Nichtraucher-Info arrow Nichtraucher-Info 2007 arrow Nichtraucher-Info Nr. 67 - III/07
Menu
Home
Neuigkeiten
Nichtraucherschutz
Informationen
Zeitschrift Nichtraucher-Info
Links
Mitglied werden
Sitemap
Impressum und Kontakt
Schriftgröße wählen
Nichtraucher-Info Nr. 67 - III/07 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 2. Juli 2007

Zahlen von der IARC

jährlich infolge des Rauchens, manche von 115 000, manche von 140 000, andere gar von 200 000. Niemand kann beweisen, dass seine Zahl die richtige ist, denn die Frage ist immer, wie die Zahl ermittelt worden ist. Von 140 000 ist die Rede in der Bundestagsdrucksache 7/2070. Die damalige Bundesregierung rechnete vor:

1971 starben insgesamt mehr als 730 000 Menschen in der Bundesrepublik, darunter aber nur 23 706 an "Lungenkrebs", das sind 3 v. H. der Gesamtsterblichkeit. Berücksichtigt man jedoch alle anderen Todesursachen, die zumindest teilweise mit dem Rauchen zusammenhängen, als da sind: Krebs der Mundhöhle, des Kehlkopfes, der Speiseröhre, des Magens und der Bauchspeicheldrüse, Arterienverkalkung mit der Gefahr des Herzinfarkts, des Schlaganfalls und des "Raucherbeins", chronische Bronchitis und Lungenemphysem, Magen- und Darmgeschwüre, aber auch Totgeburt durch Störung der Schwangerschaft bei rauchenden Müttern, dann erst wird die tatsächliche Gefährdung durch Rauchen annähernd erkennbar. Wir müssen annehmen, dass Rauchen eine Übersterblichkeit von 50 v. H. verschuldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt für Zigarettenraucher eine Übersterblichkeit von 30 bis 80 v. H. Derzeit rauchen in der Bundesrepublik rund 40 v. H. der Bevölkerung. Daraus errechnet sich, dass wahrscheinlich mehr als 140 000 Menschen an den genannten Erkrankungen starben, weil sie rauchten.

Dass in die Zahl von 140 000 Rauchertoten wegen der Wirkungsbreite des Tabakrauchs und der dadurch bedingten mit den vorhandenen Forschungsmitteln nicht voll erfassbaren Datenfluten sehr viele Schätzungen eingeflossen sind, nutzte die Tabakindustrie dazu, spätere Bundesgesundheitsminister zu bewegen, die Zahl auf 110 000 herabzusetzen. Wiedervereinigungsbedingt musste die Zahl wieder nach oben korrigiert werden, sodass es inzwischen wieder 140 000 sind. Doch ist es bei einer solchen Größenordnung wirklich so entscheidend, ob es 100 000, 140 000 oder 180 000 sind?

Die Wissenschaft bleibt nicht stehen, sondern forscht weiter, wenn die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden. Sie kommt dabei unter Umständen zu neuen Ergebnissen, die es manchmal schwer haben, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu gelangen. So erforscht die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC – International Agency for Research on Cancer) als Teil der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Ursachen des menschlichen Krebses, koordiniert und leitet Arbeiten zu diesem Thema und entwickelt wissenschaftliche Präventionsstrategien. In der IARC werden epidemiologische Studien und Laborforschungen durchgeführt. Von der IARC stammen die neuesten Zahlen zu den Schadstoffen:

Der Tabakrauch besteht aus mehr als 4 800 Substanzen, von denen über 70 krebserzeugend sind.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 1. März 2011 )