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Nichtraucher-Info Nr. 67 - III/07 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 2. Juli 2007

Rauchverbote unprotestantisch?

Für den sich selbst als "maßvollen Raucher" einschätzenden Jürgen Moser, Dekan des Evangelischen Dekanats Frankfurt am Main Nord, "passen hochmoralische Verbote nicht zu uns als Protestanten". Vielmehr sei es "gut evangelisch, mit Fragen differenziert umzugehen, Menschen ihre Selbstbestimmung zu lassen und einen Ausgleich zwischen Interessen zu schaffen".

Man könnte meinen, den Vertreter eines Tabakkonzerns reden zu hören und nicht den "Chef" von 24 Kirchengemeinden, in denen das Wort Christi gepredigt wird. Mosers Argumentation entspricht inhaltlich dem Motto: Ertrage deinen Nächsten, auch wenn er dich in Gift einhüllt, dich krank macht und schneller in den Tod befördert; denn giftige Luft fördert die Kommunikation und Geselligkeit, das Verbot der Giftverbreitung dagegen die Diskriminierung der Giftverbreiter.

Die Zitate stammen aus der Kontra-Stellungnahme Jürgen Mosers zum Thema "Absolutes Rauchverbot in Kirchengemeinden?" in der Zeitschrift echt (Ausgabe 2/07 – Auflage 1,1 Millionen), die im Auftrag der Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an deren Mitglieder versandt wird. Die Ausführungen Mosers erinnern an den Artikel "Rauchen? Das kann töten. Aber es ist so gesellig!" in der EKD-Zeitschrift chrismon (vgl. Nichtraucher-Info Nr. 72, S. 19).

Für Gunnar Urbach, den Pro-Kommentator und Pastor der Kirchengemeinde Harksheide-Falkenberg, die im Herbst 2006 sämtliche Räume zur rauchfreien Zone erklärt hat, ist ein Rauchverbot "ein wichtiger Baustein in einem gemeindlichen Gesamtkonzept, das für einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung steht".

Jürgen Moser sollte sich einmal mit dem fünften der zehn Gebote befassen (Auszug dazu aus dem Kleinen Katechismus von Martin Luther):

DAS FÜNFTE GEBOT
Du sollst nicht töten.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.

Geht Jürgen Moser allen Ernstes davon aus, dass ein Rauchverbot im Gemeindehaus dem Nächsten – sofern damit der Raucher gemeint ist – Schaden und Leid zufügt? Fügt er sich etwa selbst ein Leid zu, wenn er gesteht, "selbstverständlich nicht in Wohnungen oder im Auto" zu rauchen?

"Rauchen" ist ein harmlos klingendes Wort. Vielleicht gelangt Jürgen Moser zu mehr Selbsterkenntnis, wenn er Rauchen durch "Gift produzieren" ersetzt? Vielleicht überkommt ihn nachts einmal der Heilige Geist und er wird vom Saulus zum Paulus? Zu wünschen wäre es ihm. Schließlich tragen die Amtsträger erheblich zum positiven oder negativen Erscheinungsbild ihrer Kirche bei.
egk

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