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Nichtraucher-Info Nr. 71 - III/08 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Donnerstag, 21. August 2008

Tabak-Adlkofer mischt(e) auch bei Handy-Studien mit

Laborantin erfand reihenweise Daten

Es war einer der gruseligsten Befunde über die Gefahren des Mobilfunks. Handystrahlen, so hieß es, zerbrächen die zarten Fädchen des Erbguts in den Zellen. Mögliche Folge: Krebs. Eine Forschergruppe an der Medizinischen Universität Wien hatte im Jahr 2005 die Schreckensbotschaft verkündet. Mobilfunkgegner freuten sich über die neue Munition und forderten drastisch gesenkte Grenzwerte. Doch jetzt stellte sich heraus: Es war alles ein Schwindel. Die geständige Labortechnikerin Elisabeth K. erfand einfach reihenweise Daten. Ihr Arbeitsverhältnis wurde daraufhin beendet.

Koordinator der Studie war wie zuvor bei der EU-finanzierten "Reflex"-Studie über Handy-Strahlung Prof. Franz Adlkofer, früher Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des Verbandes der Cigarettenindustrie (VdC) und Geschäftsführer der vom VdC ins Leben gerufenen Stiftung Verum (Verhalten und Umwelt). Warum gerade ein ausgewiesener Insider der Tabakindustrie als Projektkoordinator gewählt wurde, bleibt völlig unverständlich – es sei denn, man erhoffte sich Ergebnisse, die an der Sicherheit der Mobilfunktechnik zweifeln lassen

Wie aus zahlreichen Dokumenten hervorgeht, zielt die Strategie der Tabakindustrie darauf, Zweifel an der Gesundheitsschädlichkeit des Passivrauchens zu säen. Dazu gehört es auch, andere kleine Risiken, die von vielen Menschen täglich in Kauf genommen werden, mit dem Risiko des Passivrauchens gleichzusetzen, um der abnehmenden Bereitschaft, Passivrauchen hinzunehmen, entgegenzuwirken. An vorderster Front in Deutschland: Franz Adlkofer. Ihm durch mindestens 35 gemeinsame Publikationen verbunden ist Prof. Gerhard Scherer, der vor dem Bundesverfassungsgericht die Schädlichkeit des Passivrauchens stark relativierte und die Schlussfolgerung zog, dass ein Rauchverbot in Gaststätten nicht erforderlich sei.

Argumentationslinie Adlkofers bei der Handy-Strahlung: Weshalb beim Handygebrauch Strangbrüche im Erbgut auftreten, sei unklar und auch das sei bisher noch kein Beweis, dass Handystrahlungen Krebs auslösen, "Aber es ist fahrlässig, so zu tun, als gäbe es kein Risiko. Wir brauchen mehr Forschung!" (Hamburger Morgenpost, 2008).

Argumentationslinie Adlkofers beim Passivrauchen: "Aus theoretischen Erwägungen ist natürlich nicht auszuschließen, dass das Lungenkrebsrisiko durch Passivrauchen geringfügig ansteigt. In dem Bemühen, diesen gegenwärtig nicht beweisbaren Zusammenhang wenigstens höchst wahrscheinlich zu machen, wird offensichtlich weit über das Ziel hinausgeschossen." (Deutsches Ärzteblatt, 2001).

Kommentar: Adlkofer, der im Nichtraucher-Info Nr. 33 (I/99) von mir öffentlich als Lügner und Betrüger bezeichnet wurde, hat sich auch im Handy-Fall als ein Mann von niedrigster Moral erwiesen. "Wes' Brot ich ess', des' Lied ich sing'", lautet offenbar seine Devise.

egk

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 1. März 2011 )